7. Mairübe, Herbstrübe, Teltower Rübchen, Rübstiel, Stielmus

Mairübchen

(cc) Nabos

sind verschiedene Formen der Speiserübe, die wiederum eine enge Verwandte der Kohlarten ist. Die Speiserübe ist eine Unterart der Rübsen, wie auch Chinakohl und Pak Choi.

Die Urform der Rübsen, der Feldkohl, war in Europa und Asien schon vor Jahrtausenden bekannt. Die ältesten Samenfunde stammen aus steinzeitlichen Siedlungen, ca 3000-2000 v.u.Z.. Heute vorhandene Sorten entstammen unterschiedlichen Gebieten und Zeiten. Pak Choi entstand als Blattgemüse in Indien und Pakistan, Chinakohl wurde schon im alten China angebaut und Speiserüben kamen von den Römern und aus dem antiken Griechenland zu uns.

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8. Paprika, Peperoni, Pfefferoni, Peperoncini

Paprika

(cc)

gehören alle der gleichen Gattung Capsicum an. Regional sind unterschiedliche Namen in Umlauf – was in Deutschland und Österreich Paprika heißt, wird in der Schweiz Peperoni genannt. Die kleineren und schärferen Varianten, die bei uns Peperoni oder Chili heißen, nennt man in der Schweiz Peperoncini. Pfefferoni gibt es in Österreich – sie ist länglich, dünnwandig und kann sowohl mild als auch scharf sein.

Botanisch gehören Paprika zu den Nachtschattengewächsen, wie die Kartoffel, und ihre Früchte sind keine Schoten, sondern Beeren (wie die Banane). Alle Paprikaarten stammen aus Mittel- und Südamerika, wo Wildformen schon 7000 Jahre v.u.Z. der Ernährung dienten.

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9. Zucchetti, Zucchini

Zucchini

Foto: Darya Pino, San Francisco

sind eine Kulturgruppe der Gartenkürbisse (cucurbita pepo), die darauf gezüchtet wurde, unreif geerntet und gegessen zu werden. Namensgeber war das Wort „Zucca“, der Kürbis, von dem Zucchetti und Zucchini die Verkleinerungsformen sind, also kleiner Kürbis. Kürbisse wurden im 16. Jahrhundert von Seefahrern nach Europa gebracht und hier entstand vermutlich erst die Zucchetti. Noch jünger ist die bei uns bekanntere Sortengruppe Zucchini, die erst um 1900 in Italien auf den Markt kam. Zu uns brachten sie die italienischen Gastarbeiter.

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10. Roggen (secale cereale)

Roggen

Foto: Germinated_rye by M. Kirchherr

ist ein Süßgras, das auch auf leichten Böden und in kühlerem Klima guten Ertrag bringt . Es wird in Europa vor allem als Winterroggen kultiviert und ist im Juli/August erntereif. Roggenpollen sind hochgradig allergen und gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern. Bei den Römern galt er als Minderwertig und magenschädlich

Roggen hat seinen Ursprung im Orient, von wo das Wildgras sich wegen seiner klimatischen Anspruchslosigkeit durchsetzte. Außer dieser Erkenntnis gibt es allerdings kaum Belege für seine Nutzung. Archäologische Funde in Deutschland belegen , dass Roggenkörner über 1200 Jahre die wichtigste Brotfrucht unserer Vorfahren war.

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11. Kartoffel (Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Grumbeere)

KartoffelDer Name Kartoffel, abgeleitet von Tartuffel, entstammt dem italienischen tartufolo, dem Wort für Trüffel. Die Kartoffel ist ein Nachschattengewächs und damit eine Verwandte von Paprika, Tomate, Aubergine und Tabak, aber auch Tollkirsche und Stechapfel. Auch Kraut und Früchte der Kartoffel sind giftig.

Die Kartoffel stammt aus den Anden, wo Wildformen bereits vor 8000-10000 Jahren gegessen wurden. Im 16.Jahrhundert brachten Seefahrer die Kartoffel nach Europa. Als Zierpflanze wurde sie an Päpste und Könige verschenkt oder sie schmückten festliche Tafeln, Brautsträuße und feine Dekolletés. Nur spanische Mönche verwendeten die Knollen, und zwar als Kranken- und Armenkost.

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12. Filderkraut (Spitzkohl)

FilderkohlDas Filderkraut hat seinen Namen aus der Herkunftsregion mitgebracht: der Filderebene südlich von Stuttgart. Hier wurde es nachweislich um 1500 angebaut und es ist bis heute nicht geklärt, ob es eine spontane Mutation des Weißkohls ist, oder ob es von Mönchen des Denkendorfer Klosters gezüchtet wurde.

Auf jeden Fall handelt es sich um eine lokale Varietät, die beliebt ist wegen ihres feines Geschmacks und der zarten Blätter. Das feinste Sauerkraut wird aus Filderkohl hergestellt. Trotzdem wurde es im Zuge der Industrialisierung der Sauerkrautproduktion vom Weißkohl verdrängt, weil Filderkraut eine geringere Ausbeute hat und der Strunk nur von Spezialmaschinen ausgebohrt werden kann. Wegen seines rückläufigen Anbaus hat die Slow Food Stiftung für Biodiversiät den Filderkohl als regional bedeutsames traditionelles Lebensmittel in die Arche des Geschmacks aufgenommen, da sie ihn als existenziell bedroht ansieht.

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13. Grünkohl, Braunkohl, Palmkohl, Federkohl, Krauskohl, Schwarzkohl

Grünkohl

Rasbak CC BY-SA creativecommons.org

Die Einteilung der Kohlvarietäten ist offenbar umstritten und verwirrend, hier die Einteilung des VEN, des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt:

Zu den Kohlsorten ohne Verzweigung, ohne Kopfbildung und ohne verdickte Blütenstände gehören demnach der Palmkohl (auch Schwarzkohl, oder Italienischer Kohl genannt), der Krauskohl (oder Federkohl), der je nach Blattfarbe wiederum Grünkohl oder Braunkohl heißt. Die „Ostfriesische Palme“ ist ein Grünkohl, die Sorte „Hoher roter Krauser“ ein Braunkohl. Zum Markstammkohl gehört der Blaue Diepholzer Dickstrunk, der vorwiegend als Futterpflanze verwendet wird und bis zu 2 m Höhe erreicht. Hiervon gibt es rote und grüne Formen. Noch höher wird der Blattkohl (Futterkohl, Kuhkohl), der bis 4 m hoch wird. Ebenfalls in diese Kohlgruppe gehört übrigens der Kohlrabi.

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